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Mein Name ist Matilda. Bewerbungsgespräche mit dem Roboter


Stellen Sie sich vor, Sie sind zum Bewerbungsgespräch verabredet. Sie haben sich den guten Anzug oder Ihr Kostüm angezogen, extra noch einmal in den Spiegel geschaut, haben Augenaufschlag und die offene Haltung der Hände geübt. Sie betreten den Raum und auf dem Chefsessel lümmelt: Ein Roboter, der Sie mit blecherner Stimme in Empfang nimmt. Während Sie noch an einen Scherz glauben, könnte dies bald Realität in der Suche nach geeigneten Bewerbern werden.

Australische Forscher haben einen ersten Prototypen namens Matilda entwickelt, der nicht nur Bewerbungsunterlagen auswerten, sondern auch gleich die Bewerbungsgespräche führen kann. Insgesamt 76 Fragen sind programmiert, die Matilda den Kandidaten stellen wird. In nur etwa einer halben Stunde ist das Bewerbungsgespräch absolviert. Aber kann der Roboter auch nonverbale Signale auswerten und beurteilt er Kandidaten unabhängig von Geschlecht und Herkunft?

Emotionale Intelligenz. Genaue Analyse der Mimik möglich

Nachdem dem Bewerber eine Frage gestellt wurde, kann der Roboter genau dessen Minenspiel beobachten. Darin sehen die Forscher auch einen der größten Vorteile. Der Roboter kann die Antworten genau verfolgen und gleichzeitig jeden Wimpernschlag deuten. Er kann Interesse und Desinteresse wahrnehmen und diese Wahrnehmung mit den gespeicherten Antworten verknüpfen. Während sich Personaler in dieser Hinsicht häufig vom Bauchgefühl leiten lassen, kann Matilda ganz objektiv auf der Basis von Daten entscheiden, ob jemand auch emotional für eine Stelle geeignet ist oder nicht. Außerdem ist die Bewertung des Gegenübers nicht davon abhängig, ob der Kollege in der Kantine gerade den letzten Kaffee aus dem Automaten gezogen hat oder heute ohnehin ein ganz schlechter Tag ist, der schon mit dem Aufstehen begann. Der Roboter kann also die Bewerber ganz objektiv unabhängig von seinen eigenen Stimmungen und anderen Faktoren wie der Hautfarbe oder des Geschlechtes bewerten. Auf diese Weise könnte tatsächlich das Auswahlverfahren im Bewerbungsprozess optimiert und fairer gestaltet werden. Bewerber die um 8 Uhr morgen kommen werden exakt so beurteilt wie diejenigen in der letzten Bewerbungsrunde des Tages.

Roboter Matilda lernt von erfolgreichen Mitarbeitern

Die Programme wurden in der Zusammenarbeit mit besonders erfolgreichen Mitarbeitern eines Unternehmens entwickelt. Dafür haben sich die Forscher zunächst auf die Marketing-Branche fokussiert, weil es hier häufig eine hohe Fluktuation gibt, aus der man lernen kann und begabte Mitarbeiter hier außerdem recht schnell eine gute Karriere machen können. Ein Vorteil im Einsatz des Bewerbungsroboters liegt darin, dass die Kosten für die Bewerberauswahl in den Unternehmen erheblich reduziert werden könnten. So wäre es auch möglich, noch mehr Bewerbern, die ursprünglich auf dem B- oder C-Stapel gelandet sind, eine Chance zu geben. Außerdem könnte die Aufregung der Bewerber minimiert werden. Wer einem neutralen Roboter gegenübersitzt, hat ganz sicher weniger Hemmungen und kann sich besser auf seine Antworten konzentrieren.

Dennoch: Es bleiben Fragen offen. Rein theoretisch wäre es möglich, bereits in der Programmierung Vorurteile manuell einzubauen und Frauen beispielsweise schlechter zu bewerten als Männer. Außerdem bleibt die Frage, ob der Roboter auch die gesamte Persönlichkeit eines Menschen erfassen und entscheiden kann, ob er in ein bestehendes Team passt oder nicht? Wir dürfen gespannt bleiben, ob Matilda tatsächlich die Bewerbungsgespräche der Zukunft führt.

Bis dahin sind alle Jobsuchenden gut beraten, sich auf workpool-jobs.de nach einer passenden Stelle umzusehen. Die Jobsuchmaschine ist auch für Österreich und die Schweiz verfügbar. Bewerber haben dort außerdem die Möglichkeit, ein Suchprofil zu hinterlegen und sich von den Unternehmen länderübergreifend finden zu lassen.

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