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Teilqualifizierung: Große Chancen für ältere Bewerber und Flüchtlinge


Ein Koch, der seit 10 Jahren nicht mehr in seinem Beruf gearbeitet hat und nun in diese Branche zurückkommen möchte, hat kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Er bringt zwar die nötigen handwerklichen Fähigkeiten mit, dennoch ist sein Wissen um neue Lebensmittel und Rezepte so veraltet, dass eine Einarbeitung in das Unternehmen lange und kostspielig ist. Die Konsequenz: Sinkende Chancen für ältere Bewerber. Das gleiche Problem haben auch Flüchtlinge, die in ihrem Herkunftsland einen qualifizierten Beruf ausgeübt haben. Ihnen fehlen das regionale Wissen und die Anknüpfung an den Kenntnisstand des neuen Landes. Eine Lösung könnte die Teilqualifizierung sein, bei der den Teilnehmern nur das aktuelle Anschlusswissen vermittelt wird.

Mehrere Initiativen zur Erhöhung der Karrierechancen

Allein in Deutschland gibt es mehrere Initiativen, die eine Teilqualifizierung nach einem gemeinsamen Konzept des Landes anbieten. Anbieter sind beispielsweise die Industrie- und Handelskammer sowie das Ifo-Institut. Die einzelnen Kurse sind in Module unterteilt. Nach jedem erfolgreich absolvierten Block gibt es eine Prüfung. Am Ende haben die Teilnehmer ein Zertifikat und eine anerkannte Fachkräftebezeichnung. Damit senden sie ihren potenziellen Arbeitgebern das Signal, dass sie als neue Mitarbeiter auf dem neusten Wissensstand der Branche sind und Interesse an einem stetigen Ausbau der eigenen Kenntnisse haben.

Vom Fachlagerist zum Berufskraftfahrer

Teilqualifizierungen sind in vielen Berufen und Branchen möglich. Am häufigsten nutzen diese Form der Weiterbildung Lageristen, Kraftfahrer, Verkäufer oder Sicherheitskräfte. Teilnehmen können Menschen, die über 25 Jahre alt sind und entweder keine oder eine mittlerweile veraltete Berufsausbildung abgeschlossen haben.

Große Chancen für Flüchtlinge

Für Flüchtlinge, die entweder gar keine oder eine nach unseren Standards veraltete Ausbildung in ihrem Heimatland absolviert haben, bietet das Modell der Teilqualifizierung ebenfalls große Chancen an. Vor allem Flüchtlingskinder und junge Asylsuchende könnten auf diese Weise einen schnellen Weg in den Arbeitsmarkt finden. Klassische Aus- und Weiterbildungen sind in diesem Bereich die Ausbildung zum Mechatroniker sowie zum teilqualifizierten Landschaftsgärtner oder Helfer in der Alten- und Krankenpflege. Auch flächendeckende Sprachkurse gehören in das Konzept der Teilqualifizierung.

Die Vorteile der Teilqualifizierung: Zeit und Kosten sparen für mehr Effizienz

Die Vorteile von Teilqualifizierungen liegen klar auf der Hand. Menschen mit veralteter Berufsausbildung müssen nicht eine neue Ausbildung beginnen, die in der Regel zwei oder drei Jahre dauert. Sie absolvieren lediglich einzelne Bausteine, die sie sich passend zu ihrem Bedarf zusammenstellen können. Damit wären auf beiden Seiten Zeit und Kosten gespart und für eine schnelle (Wieder)-Eingliederung in den Arbeitsmarkt gesorgt.

Kritik an der „Häppchen-Ausbildung“

Nicht überall stößt das Modell Teilqualifizierung auf Begeisterung. Kritiker befürchten, dass neben dem Markt für qualifizierte Ausbildungen ein zweiter Markt mit „Häppchen-Ausbildungen“ entsteht. Dadurch würden Azubis zweiter Klasse entstehen, deren Chancen auf einen Arbeitsplatz gering wären. Diese Menschen würden für „schlechte Arbeit in prekären Verhältnissen“ ausgebildet werden. Langfristig wäre damit schlecht ausgebildeten Menschen und Flüchtlingen nicht geholfen.

Letztlich muss immer abgewogen werden, welche Chancen auf welchem Wege bestehen. Ein Flüchtling, der ohne Sprachkenntnisse und Qualifizierungen nach Deutschland kommt, findet in der Teilqualifizierung sicher einen ersten Weg in den Arbeitsmarkt. Ihm stehen dann weitere Wege offen, sich weiter zu qualifizieren und Karriere zu machen.

Für alle Branchen und Qualifizierungen bietet die Plattform workpool-jobs.de Arbeitsplätze in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Bewerber haben kostenlosen Zugriff auf die Jobangebote und können sogar ein Suchprofil hinterlegen. Diese passive Jobsuche erhöht die Chancen auf einen Zugang zum Arbeitsmarkt erheblich.

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