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Das Job-Buffet: Über All-in-Arbeitsverträge und warum Sie davon nicht satt werden

 

Wir alle lieben ab und an das Pauschale. Ob beim Sonntagsbrunch oder in den Abendstunden ein schneller Imbiss beim Chinesen: Das Prinzip lautet ‚Eat all you can‘. Grandios. Man zahlt einmalig einen festen Preis und kann dann ein- zwei- oder drei Brötchen, ein Schnitzel oder keins, Salat, O-Saft – eben das gesamte Buffet essen, ohne dass sich an der Summe noch etwas ändert. Und zugegeben: Wenn alles kostenlos ist, hat man oft auch einfach mehr Hunger und schlägt etwas stärker zu. Wer nicht mit Magenschmerzen das All-you-can Buffet verlässt, der war nicht dabei. Das Restaurant macht dennoch genügend Umsatz.

Diese (scheinbare) Win-Win Situation gibt es auch auf dem Arbeitsmarkt. Wer einen All-in-Arbeitsvertrag angeboten bekommt, für den fällt dieser Vertrag selten günstig aus. Was beim Chinesen am Abend noch funktioniert, sieht bei Tageslicht in der Karriere ganz anders aus.

Was ist ein All-in-Arbeitsvertrag?

Diese Verträge haben in der Regel gemeinsam, dass die Entlohnung auf den ersten Blick überdurchschnittlich erscheint. Jedoch enthalten All-in-Verträge Klauseln, durch die mit dem monatlichen Gehalt auch alle Überstunden abgegolten sind. All-in-Klauseln sind – wie auch beim Buffet – dazu da, sie auszunutzen. Wenn Sie so eine Klausel in Ihrem Arbeitsvertrag finden, bedeutet dies fast immer, dass auch Überstunden anfallen. Und zwar regelmäßig und viele. Jetzt muss nur noch 1+1 im Taschenrechner zusammengezählt werden und der Arbeitnehmer merkt, dass die Überstunden den Stundenlohn erheblich drücken. Oftmals fällt in dieser Rechnung der Stundensatz noch unter den gesetzlich vereinbarten Mindestlohn. Man könnte sagen: Das Buffet ist geplündert und Sie bleiben am Ende hungrig.

Die ursprüngliche Idee hinter den All-in-Verträgen war es, hochqualifizierten und damit auch hochbezahlten Fachkräften und Managern unabhängig von deren tatsächliche Arbeitszeit ein festes Gehalt zu zahlen. Denn in dieser Ebene gestaltet sich die Praxis oft so, dass an einem Tag Meetings bis Mitternacht angesetzt sind und am anderen Tag die Sonne scheint und sich der Arbeitnehmer dann gerne auch mal einen halben Tag freinehmen kann – ohne sich dafür ein- und wieder auszustempeln.

Mittlerweile werden die Klauseln jedoch auch auf die geringbezahlten Jobs angewendet. Unter dem Strich ist eine solche All-in-Regelung im Niedriglohnbereich in aller Regel ein sicheres Zeichen dafür, dass das Unternehmen die Löhne nur weiter drücken möchte.

Ich habe einen All-in-Arbeitsvertrag angeboten bekommen. Und nun?

Vielleicht finden Sie die Nadel im Heuhaufen und der Arbeitgeber verlangt nur ab und an mal eine überschaubare Anzahl von Überstunden, mit denen Sie dennoch ein gutes Monatsgehalt bekommen. Wahrscheinlich ist das eher nicht. Versuchen Sie bei einem solchen Vertragsangebot, die All-in Klausel streichen zu lassen oder zumindest eine maximale Überstundenanzahl zu definieren. Lässt sich der Arbeitgeber nicht darauf ein, werden Sie vermutlich auch nicht glücklich werden mit Ihrem neuen Job. Haben Sie mehrere Jobangebote vor sich liegen, entscheiden Sie sich nicht für den All-in-Vertrag.

Wenn Sie noch auf der Suche nach einem fairen Jobangebot sind, dann finden Sie freie Stellen auf workpool-jobs. Die Karriereplattform bietet nicht nur die Möglichkeit der aktiven Suche. Bewerber können sich hier im Backoffice mit einem eigenen Suchprofil eintragen und sich so von potenziellen Arbeitgebern finden lassen.

 

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